Persönliche Retrospektive

In erster Linie bezeichnet eine Retrospektive einen Rückblick. Im agilen Kontext, insbesondere in Scrum, ist die Retrospektive ein Event und Werkzeug um die bisherige Arbeitsweise zu betrachten und optimierende Maßnahmen zu definieren.

Ähnliche Werkzeuge gibt es auch in anderen Frameworks, wie etwa kontinuierliche Verbesserungsprozesse z.B. unter Anwendung eines Deming-Cycles.

If you adopt only one agile practice, let it be retrospectives. Everything else will follow.

– Woody Zuill

Kann so ein Werkzeug also auch für mich persönlich angewandt werden? Warum nicht? Ich halte es mit Woody Zuill und schaue was dieser Praxis folgt, welche Auswirkungen ich in meinem Alltag wahrnehme.

Zu einer guten Retrospektive gehört allerdings ein umfangreicher Rückblick, im Guten wie aber auch im Schlechten:

  • Gibt es Dinge auf die ich stolz sein kann?
  • Habe ich Highlights erlebt, haben Dinge gut funktioniert?
  • Welche Ziele konnte ich erreichen?
  • Gibt es eine Baseline die funktioniert, auf die ich mich verlassen kann?
  • Welche Dinge haben nicht sonderlich gut funktioniert?
  • Wo bin ich an der Erreichung eines Ziels gescheitert?
  • Habe ich irgendwo ein ungutes Gefühl?
  • Was nervt mich?

Sicherlich kann ich noch weitere Fragen stellen. Wichtig ist hierbei, dass ich das gesamte Spektrum abdecke – von positiven bis hin zu negativen Aspekten – und mich nicht auf eine Sichtweise versteife.

Möglicherweise kann ich aus diesen Fragen Erkenntnisse gewinnen.

  • Warum konnte ich Erfolge feiern? 
  • Welchen Beitrag habe ich zu den Erfolgen geliefert, gibt es hierbei besonders zu gewichtende Fähigkeiten und Eigenschaften?
  • In welchem Bereich fühle ich mich besonders kompetent und kann darauf aufbauen?
  • Welche Verantwortung habe ich an meinen Misserfolgen? Warum?
  • Wieso wollen manche Dinge nicht gelingen?
  • Sehe ich erste Potenziale und Dinge die ich verbessern könnte um meine Ziele zu erreichen? Schneller, einfacher zu erreichen?

Vermutlich finden sich nach diesen Fragen relativ schnell einige Dinge die ich anwenden kann. 

  • Worauf möchte ich mich mit Bezug auf das nächste Ziel/die nächste Woche/etc. besonders fokussieren?
  • Wo darf ich auf keinen Fall locker lassen? 
  • Was genau habe ich vor, was sind meine nächsten Schritte?
  • Kann ich Erkenntnisse ableiten?
  • Finde ich irgendwelche Identifikatoren an welchen ich festmachen kann ob ich den richtigen Weg eingeschlagen habe?

Welcher Zeitraum für eine persönliche Retrospektive sinnvoll ist, kann jeder selbst entscheiden. Im Endeffekt hängt das von den Zielen ab. Siegfried Kaltenecker empfiehlt in seinem Buch „Selbstorganisierte Teams führen“ jedes Quartal. Ich persönlich finde einige Fragen machen öfters Sinn, manche weniger. Aber auch hier, entscheidet das am Besten selbst.

Als persönliches Hilfsmittel habe ich mir eine Vorlage erstellt welche ich hierzu einsetze. Ich schreibe einfach in Listenform Stichpunkte in die einzelnen Spalten und markiere mir im Anschluss die wichtigsten Dinge. Oftmals erkenne ich hierbei auch Verbindungen und Abhängigkeiten einzelner Themen. Visualisierung hilft mir Veränderung herbeizuführen und tatsächlich bewusst Änderungen umzusetzen. Das Canvas führe ich dann entweder in meinem Notizbuch mit mir rum oder halte es an einer Stelle, welche ich immer wieder im Alltag vor mir habe um mir die Maßnahmen und Ziele regelmäßig vor Augen zu führen.

Personal Retrospective Canvas

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