Bist Du ein Superheld in – oder für Dein Team?

Wir kennen Sie alle. Die GoTo-Guys in unseren Teams. Ich bediene mich hierbei eines Musters, welches ich in der Softwareentwicklung ausmachen konnte. Dennoch bin ich überzeugt davon, dass es auf alle Team-Umgebungen zutrifft.

Wer sind diese Superhelden? Manchmal kommen Sie mit den Titeln Architekt, Lead, Senior oder ähnlichen daher. Sie befinden sich in einer Position die Arbeit des Teams zu validieren und verifizieren. Code-Reviews werden nur von ihnen durchgeführt. Produktivdeployments (oder gar schon vorherige, auf andere Umgebungen) erfolgen nur durch den Druck auf den Button durch diese Person. Sie stellen dem Team neue Vorgehensweisen vor, oder genehmigen Vorschläge anderer Teammitglieder. Oft machen Sie Dinge lieber direkt selbst, dann wissen sie, dass sie auch nach ihrem Gefallen erledigt sind. Außerdem sind sie oftmals sehr wertvoll für den Projekt-/Produkterfolg und den Wert, welchen das Team generiert.

Auf offensichtliche Flaschenhalssituationen möchte ich gar nicht eingehen, sondern auf die Auswirkungen welche diese Superhelden auf das Team haben. Jeff Gothelf beschreibt in Lean UX das Prinzip: „No rock stars, gurus, or ninjas“. Genauso wie unsere Superhelden stehen diese nicht im Einklang mit einer teambasierten Mentalität. Durch diese Ausdrücke werden individuelle Stars und Star-Performer beschrieben.

Superhelden stehen als Individuum im Rampenlicht. Sie teilen ihren Erfolg nicht auf natürliche Art und Weise. Probleme welche sie lösen, lösen sie oftmals ohne andere Teammitglieder in die Lösungsfindung miteinzubeziehen. Weder Ideen noch Abwägungen werden mit dem Team geteilt. Das Team hat keine Chance ein gemeinsames Verständnis für Lösungs- und Problemraum zu entwickeln.

Diese Helden kommen oftmals gemeinsam mit großen Egos daher. Dieses Ego verleitet sie dazu herauszustechen und eigene Ziele zu verfolgen. In einem Team bedeuten übergeordnete persönliche Ziele allerdings, dass die produktive Umgebung herausgefordert wird und im schlimmsten Falle die Zusammenarbeit zusammenbricht. Effektive Arbeit in einer Umwelt geprägt durch gemeinsam geteiltes Verständnis und Wissen verschwindet und die Fähigkeit sich effektiv in Richtung Team- und somit Projekt-/ und Produktziel zu bewegen geht verloren.

Unsere Superhelden sind aber auch gerne wandelbar. Gibt es ein Problem mit dem Arbeitsresultat schlagen sie sich schnell auf die Seite der Lösungsfinder, ohne dabei zu vergessen die Problemverursacher zu erwähnen. Im Erfolgsfall hingegen stehen sie an vorderster Front und sind sich nicht zu schade das Lob anzunehmen. Sie schaffen es dadurch immer auf der positiven Seite der Ereignisse zu erscheinen, als Einzelperson.

Was aber wenn diese Helden ihr Kostüm ablegen? Wir wollen hochqualifizierte Menschen in unseren Teams, wir sind froh, dass sie ihr Wissen und ihre Fähigkeiten einbringen. Allerdings wollen wir auch, dass sie diese weitergeben und mit den MItgliedern teilen. Wir wollen sie als Förderer und Befähiger innerhalb des Teams, als vollwertige Teammitglieder ohne eigene übergeordnete Agenda.

Natürlich bringt nicht jeder Superheld all die eben beschriebenen Eigenschaften mit. Möglicherweise entdecken wir beim selbstkritischen Blick auf uns selbst bereits Ansatzpunkte an uns und können direkt damit beginnen unsere Teammitglieder zu entwickeln, Teams zu stärken und eine effektive Arbeitsumgebung fördern um gemeinsame Ziele zu erreichen.

 

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